Totgeglaubte leben länger

Manche behaupten, alte Radios seien Relikte aus vergangenen Zeiten. Doch wie so oft gilt auch hier: Totgeglaubte leben länger.

Ein treuer Radioempfänger – oder, wie die Jugend vielleicht sagen würde, ein „Ghettoblaster“ – hatte seinen Besitzer über viele Jahre hinweg durch den Alltag begleitet. Ob in Haus oder Werkstatt: Stets sorgte er für gute Stimmung, musikalische Unterhaltung und die neuesten Nachrichten. Doch eines Tages verstummte der asiatische Elektrokasten plötzlich. Kein Ton, kein Rauschen, kein Lebenszeichen.

Damit war klar: Ein Fall für das RepairCafe Wörth!

Unsere europäischen Reparaturkünstler Georg, Wolfgang und Roland nahmen gemeinsam mit unserem Reparateur-Neuzugang Rudolf die Ermittlungen auf. Schnell wurde das Multimeter gezückt. Als dieses an der entscheidenden Stelle keinerlei Reaktion zeigte, war die Diagnose rasch gestellt: Dem Radio war unterwegs die Energie abhanden gekommen.

Die Spur führte zu einer unterbrochenen Leiterbahn auf der Platine. Mit Lötkolben, etwas Lötzinn und der nötigen Portion Erfahrung wurde die Verbindung wiederhergestellt. Kaum war die Brücke gesetzt, fanden die Elektronen ihren gewohnten Weg zurück ans Ziel. Und mit ihnen fanden auch die über die Funkwellen übertragenen Daten wieder den Weg zum eingebauten Lautsprecher.

Wenig später erklang erneut Musik aus dem Lautsprecher – zur Freude des Besitzers und als stimmungsvoller Abschluss eines erfolgreichen RepairCafé-Tages.

Insgesamt wurden an diesem Nachmittag acht defekte Geräte vorgestellt. Wieder einmal konnten sechs von acht der technische Sorgenfälle die heiligen Hallen der Repair-Bruderschaft funktionstüchtig verlassen. Ein weiterer Beweis dafür, dass Wegwerfen oft keine Lösung ist – und dass Totgeglaubte manchmal einfach nur eine kleine Lötbrücke brauchen.