Neugier, Tüfteln und gemeinsames Lernen

Beim letzten Repaircafé durften wir einen ganz besonderen Besucher begrüßen: Ein wissbegieriger Junge kam gemeinsam mit seiner Mutter vorbei. Reparieren lassen mussten die beiden eigentlich nichts – dafür brachten sie etwas mit, das mindestens genauso wertvoll ist: großes Interesse an dem, was wir hier tun.

Statt nur zuzuschauen, wurde der junge Besucher kurzerhand von Roland in die Reparatur einer defekten elektrischen Bodendüse eines Staubsaugers eingebunden. Gemeinsam wurde der Fehler gesucht, über mögliche Ursachen diskutiert und verschiedene Lösungsansätze entwickelt. Dabei durfte er nicht nur zuhören, sondern auch selbst Hand anlegen und tatkräftig mitarbeiten.

Genau solche Momente machen unser Repaircafé aus. Es geht nicht nur darum, defekte Geräte wieder zum Laufen zu bringen. Es geht ebenso darum, Wissen weiterzugeben, Neugier zu wecken und Menschen jeden Alters für Technik, Nachhaltigkeit und gemeinsames Tüfteln zu begeistern.
Auch Finja, die Tochter von Christoph, gehört inzwischen schon fast zum festen Team. Sie war bereits zum vierten Mal dabei und unterstützt uns mit großer Begeisterung. Wenn besonders viel Betrieb herrscht, hilft sie bei der Vergabe der Wartenummern und sorgt so mit dafür, dass alles seinen geordneten Ablauf hat. Auf ihr erstes eigenes Werkzeug freut sie sich schon jetzt – wir sind gespannt, wann sie ihre ersten eigenen Reparaturprojekte in Angriff nimmt.

Besonders schön ist zu sehen, wie Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich Teil unseres Repaircafés werden. Das unterstreicht auch, wie gut unser Repaircafé an seinen Standort passt: Wir sind im Mehrgenerationenhaus zu Hause – einem Ort, an dem Menschen unterschiedlichen Alters miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und gemeinsam aktiv werden.

Vielleicht war der Besuch unseres jungen Gastes der Beginn einer langen Leidenschaft fürs Reparieren. Und mit Nachwuchs wie Finja blicken wir optimistisch in die Zukunft. Denn Reparieren bedeutet nicht nur, Dinge zu erhalten – sondern auch Wissen, Erfahrungen und Begeisterung von einer Generation an die nächste weiterzugeben.

Totgeglaubte leben länger

Manche behaupten, alte Radios seien Relikte aus vergangenen Zeiten. Doch wie so oft gilt auch hier: Totgeglaubte leben länger.

Ein treuer Radioempfänger – oder, wie die Jugend vielleicht sagen würde, ein „Ghettoblaster“ – hatte seinen Besitzer über viele Jahre hinweg durch den Alltag begleitet. Ob in Haus oder Werkstatt: Stets sorgte er für gute Stimmung, musikalische Unterhaltung und die neuesten Nachrichten. Doch eines Tages verstummte der asiatische Elektrokasten plötzlich. Kein Ton, kein Rauschen, kein Lebenszeichen.

Damit war klar: Ein Fall für das RepairCafe Wörth!

Unsere europäischen Reparaturkünstler Georg, Wolfgang und Roland nahmen gemeinsam mit unserem Reparateur-Neuzugang Rudolf die Ermittlungen auf. Schnell wurde das Multimeter gezückt. Als dieses an der entscheidenden Stelle keinerlei Reaktion zeigte, war die Diagnose rasch gestellt: Dem Radio war unterwegs die Energie abhanden gekommen.

Die Spur führte zu einer unterbrochenen Leiterbahn auf der Platine. Mit Lötkolben, etwas Lötzinn und der nötigen Portion Erfahrung wurde die Verbindung wiederhergestellt. Kaum war die Brücke gesetzt, fanden die Elektronen ihren gewohnten Weg zurück ans Ziel. Und mit ihnen fanden auch die über die Funkwellen übertragenen Daten wieder den Weg zum eingebauten Lautsprecher.

Wenig später erklang erneut Musik aus dem Lautsprecher – zur Freude des Besitzers und als stimmungsvoller Abschluss eines erfolgreichen RepairCafé-Tages.

Insgesamt wurden an diesem Nachmittag acht defekte Geräte vorgestellt. Wieder einmal konnten sechs von acht der technische Sorgenfälle die heiligen Hallen der Repair-Bruderschaft funktionstüchtig verlassen. Ein weiterer Beweis dafür, dass Wegwerfen oft keine Lösung ist – und dass Totgeglaubte manchmal einfach nur eine kleine Lötbrücke brauchen.


Wenn selbst der Hausherr Hilfe braucht

Manchmal trifft es eben jeden – sogar den Hausherrn selbst.
Auch das IB / Jugendzentrum ließ es sich diesmal nicht nehmen, eine Boombox ins Repaircafé einzuschleusen. Gleiches Recht für alle, auch für die Gastgeber.

Als krönender Abschluss des Repaircafés wurde sich dem guten Stück angenommen. Die Lautsprecherbox rückte auf den OP-Tisch, Schraubendreher gezückt, Konzentration hochgefahren. Es wurde intensiv demontiert, fachmännisch gemessen, geprüft, gefachsimpelt und natürlich auch ein bisschen geraten – ganz wie es sich gehört.

Nach sorgfältiger Eingrenzung war klar: der Fehler war gefunden. Ein paar Kondensatoren sind eingetrocknet. Wie das im echten Reparaturleben nun mal ist, fehlten genau die Passenden.

Aber – in den legendären Untiefen von Georgs Werkstatt, wo sich seit Jahren Ersatzteile auf ihren großen Auftritt vorbereiten, warteten genau die richtigen Bauteile auf ihren Einsatz. Ohne langes Zögern wurden sie eingebaut – und siehe da:

Erfolg auf ganzer Linie!

Die Boombox lebt wieder und liefert erneut den richtigen Sound fürs Jugendzentrum.
Die Jugend kann tanzen, der Bass pumpt, und das Repaircafé hat wieder einmal bewiesen:
Wegwerfen kann jeder – reparieren ist einfach cooler.

Tonbandgerät weckt Erinnerungen – ein besonderer Moment im Repair Café

Manchmal sind es nicht nur Geräte, die im Repair Café wieder zum Leben erweckt werden – sondern ganze Erinnerungen. So geschehen beim letzten Repair Café in Wörth am Rhein: Eine Dame brachte ihr altes Tonband-Abspielgerät aus den 70er Jahren mit. Es hatte schon lange keinen Ton mehr von sich gegeben, doch die Hoffnung, alte Familienaufnahmen wieder zu hören, ließ sie nicht los.

Unser engagierter Reparateur Dominic nahm sich dem Klassiker an. Mit viel Geduld und Sorgfalt wurde das Gerät geöffnet, gründlich gereinigt und mit neuen Antriebsriemen ausgestattet. Nachdem alle Mechaniken wieder geschmeidig liefen, begann der spannende Moment: das Einlegen der alten Tonbänder.

Und dann war es soweit – ein leises Rauschen, ein Klicken … und plötzlich erklangen vertraute Stimmen aus vergangenen Tagen. Die Besitzerin war sichtlich gerührt, als sie die Stimmen ihrer Familie wieder hörte. Auch die anwesenden Gäste und unser Team freuten sich mit ihr über diesen besonderen Augenblick – und Dominic über die gelungene Reparaturarbeit.

Solche Momente zeigen, dass Reparieren weit mehr ist als Nachhaltigkeit. Es bedeutet, Geschichte zu bewahren, Erinnerungen lebendig zu machen und Menschen glücklich zu sehen.

💚 Reparieren ist also nicht nur gut für die Umwelt – sondern auch für das Herz!

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Warum wir das machen

Gestern war wieder so ein Tag…
an dem unsere Besucher:innen ihre geliebten Geräte, die ihnen ans Herz gewachsen sind, mitgebracht haben. Da war eine IKEA Tischleuchte, die wohl aus den Anfängen von IKEA in Deutschland stammte und nicht mehr leuchten wollte. (Im Stil der klassischen grünen Bankerleuchte)
Oder ganz besonders faszinierend eine ANCA S.E.C. 600 Kaffeemaschine. Diese sollte zur Wartung, nur der Anbieter existiert offenbar mittlerweile nicht mehr. Als Kaffee-Liebhaber war ich doch fasziniert von diesem Gerät und habe im Nachhinein recherchiert. Die Internet-Suche hat quasi nichts gefunden.
Erst mit der nicht mehr existierenden Webseite im Internet-Archiv bin ich fündig geworden:

[Archiv von 2022]

Was soll ich sagen – beide Geräte (und einige andere mehr) gingen repariert und elektrogeprüft wieder mit ihren glücklichen Besitzer:innen nach Hause.

Gestern war gefühlt einer der erfolgreichsten Abende. Ich pflege ja immer die Statistik ein. Gestern hatten wir 18 Geräte mit unterschiedlich komplexen Fehlern auf den Tischen. Zehn davon wurden direkt repariert; bei Dreien werden Ersatzteile besorgt und wir sind zuversichtlich, dass die Reparatur gelingt. Fünf Geräte gingen leider außer Betrieb. Eins war ein Sturzschaden und eine Hifi-Anlage hatte einen kapitalen Überspannungsschaden.

Es zeigt sich doch immer wieder, dass ein Reparaturversuch durchaus sehr gute Chancen hat!

Das Support-Ende von Windows 10 naht…

das ist die schlechte Nachricht – aber es gibt auch gute Nachrichten. Freie Software ist schon länger nicht nur die zweite Alternative sondern was Datenschutz und Kosten angeht meine ganz klare „Nummer eins“. Mittlerweile ist selbst in der breiten Masse angekommen, dass amerikanische Tech-Giganten nicht mehr klar zu bevorzugen sind.
Eine der Möglichkeiten ist, den vohandenen Rechner mit Linux zu einem zweiten Frühling zu verhelfen. Das ist weniger schwierig als viele denken.
Über die Plattform der reparatur-initiativen gab es gestern einen sehr guten Vortrag samt umfassender Dokumentation, den ich an dieser Stelle gerne empfehle:

„Linux-Installation – so geht’s“:

Die Präsentation und geteilten Informationen gibt es hier:
https://digselver.de/wiki/books/termine-end-of-10-und-dokumentation/page/webinar-12062025-umrusten-und-installieren-einer-linux-distribution 

Und hier die wachsende FAQ-Sammlung:
https://digselver.de/wiki/books/termine-end-of-10-und-dokumentation/page/faq-linux-umstieg-webinar-12052025

Weihnachten vorverlegt

Ja ist denn schon Weihnachten? Unsere Bundesregierung hat ein Programm zur Förderung von Reparaturcafés aufgelegt. anstiftung hat über die reparatur-initiativen die Förderung abgewickelt. Wir waren in der glücklichen Lage über den Internationalen Bund als Träger einen Förderantrag zu stellen zu können. Die reparierenden Mitstreiter haben sich nach einer „wünsch-dir-was“ Runde für eine Reihe hochwertiger Werkzeuge, Messgeräte und Steckdosenleisten sowie Arbeitsplatzbeleuchtung entschieden. Diese haben wir auf unseren Förderantrag gesetzt. Der wurde positiv entschieden und die Bestellung gleich eingeleitet.
Heute war Bescherung; auspacken, ausprobieren, kennzeichnen…


[Nachtrag 08/2025; Fast alles war schon in Verwendung – es ist immer eine Freude mit Werkzeug einer gewissen Qualität zu arbeiten. Z. B. fest sitzende Schrauben lassen sich mit einem Schraubendreher der „besseren Sorte“ viel leichter lösen.]

Sie haben gewonnen…

oder wer gut schmiert, der … usw.

… wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Sie zu den glücklichen Gewinnern eines der 120 BALLISTOL-Gewinnpakete gehören, die in Zusammenarbeit mit der Anstiftung Reparatur Initiative verlost wurden!

Wir schätzen Ihr Engagement für nachhaltige Reparaturinitiativen und Ihr Interesse an unseren Produkten sehr. Mit diesem Gewinn möchten wir Ihnen daher nicht nur eine Freude bereiten, sondern auch einen Beitrag zur Förderung von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung leisten.

Ich habe stellvertretend für uns mitgemacht – und tatsächlich wir durften uns über ein reichhaltiges Paket freuen. Verbrauchsmaterial wie Schmiermittel, Reiniger etc. wird ja immer gebraucht. Kein Abend vergeht, an dem nicht etwas zu ölen oder fetten ist.

Ein herzliches Dankeschön!

Es geht los…

06.02.2024 – das ist der Starttermin des ersten Reparaturcafés hier in Wörth. Tatsächlich stehen schon etliche Bürger:innen gleich zu Beginn an, und reihen sich ein ihre Geräte zur Durchsicht und Raparatur zu bringen.
Das Team hat sich noch nicht gefunden, aber die Reparateure der „ersten Stunde“ hatten gleich alle Hände voll zu tun.
Die meisten Helfer haben ihr Werkzeug selbst mitgebracht und so konnten schon vom ersten Tag an Besucher:innen glücklich wieder nach Hause gehen.

Selbst die Rheinpfalz war vor Ort und erstellte einen Artikel. (Ohne Paywall abrufbar)